Post Stempel aus Holz

Erste Anwendungsbeispiele

Poststempel gibt es bereits seit mehreren hundert Jahren. In dieser Zeit haben sie ihr Aussehen einige Male verändert und wurden Entwicklungen im Postwesen angepasst. Sinn und Zweck solcher Stempel war es stets, eine für den Transport einer Postsendung notwendige Briefmarke zu entwerten. So sollte sichergestellt werden, dass das Porto bezahlt wurde: Die Briefmarke konnte nicht noch einmal verwendet werden. Stempel, die von Postbeamten zu Entwertungszwecken benutzt werden, sind meist rund und verfügen über mehrere Informationen. Einerseits wird der Ort der Bearbeitung abgestempelt: Hierbei fällt die Postleitzahl seit Einführung moderner Briefzentren jedoch weg, da diese nicht mehr grundsätzlich mit dem Abgabeort des Briefs übereinstimmt. Andererseits wird auf jedem Poststempel ein Datum vermerkt. Dies hat sich über die Jahre nicht geändert; im Gegenteil: Das Datum auf einer abgestempelten Briefmarke ist sogar von hohem juristischen Wert, beispielsweise bei der Wahrung von Fristen. Hier finden Sie ein Beispiel für einen sehr gut recherchierten Poststempelkatalog Kaistertum Österreich 1804-1867.

Beglaubigung durch Stempel

Während das Versenden von Briefen vor hundert Jahren noch ein Privileg war, ist es heutzutage selbstverständlich. Jeder Mensch benutzt die Post, um Briefe und Pakete zu verschicken. Hierbei werden nicht nur Geschenke oder einfache Warensendungen in die Obhut der ehemaligen Bundesbehörde gegeben: Auch wertvolle Dokumente, Verträge oder andere Urkunden werden per Post verschickt. Hierbei sind die Abgabefristen von großer Bedeutung. Dies wird an einem kleinen alltäglichen Beispiel deutlich: Der Mietvertrag für eine Wohnung soll gekündigt oder die Mitgliedschaft in einem Verein beendet werden. Hierfür sind vertraglich bestimmte Kündigungsfristen einzuhalten. Während diese zwar auf dem Kündigungsschreiben selbst in Form eines Datums angegeben werden, könnten diese theoretisch gefälscht werden: Ein am heimischen PC geschriebener Brief lässt sich auf jeden beliebigen Zeitpunkt datieren. Post Stempel hingegen sind geschützte Objekte, die nur von hierzu befugten Unternehmen benutzt werden dürfen. Ist die Briefmarke eines ungeöffneten Briefs mit einem solchen Stempel entwertet, muss der Adressat spätestens das auf dem Stempelabdruck vermerkte Datum als relevanten Absendezeitpunkt anerkennen.

Heutiger Einsatz eines Poststempels

Da die Post hier großes Vertrauen genießt, werden viele Fristwahrungen auch mit dem Hinweis akzeptiert, dass „zur Fristwahrung der Poststempel“ genüge. Drei Tage nach dem Absenden eines Briefs gilt dieser als zugestellt, solange der Adressat dies nicht widerlegen kann. Möchte sich die Privatperson noch besser absichern, sollte er natürlich ein wichtiges Dokument per Einschreiben verschicken. Dieses wird dann höchstpersönlich übergeben oder muss auf Wunsch sogar gegengezeichnet werden: Der fristgerechte Erhalt kann so nicht mehr abgestritten werden.

Poststempel können in seltenen Fällen jedoch auch gefälscht werden. Dies kommt zum Beispiel in der Philatelie vor, da manche Briefmarken im Wert erst steigen, wenn sie entwertet wurden. Da Privatpersonen hier den Unterschied nicht immer zuverlässig erkennen können, sollten sie im Zweifelsfall einen Experten zurate ziehen.